Buchempfehlung "Seelenfraß - Wie Sie den inneren Terror der Angst besiegen"
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"Angst wird durch Anerkennung gemindert" Psychiaterin Margot Schmitz über den Umgang mit Angst in der Familie |
Wissen Sie, wer am schlechtesten schläft? Hausfrauen. Weil viele beständig von Sorgen und Unruhe getrieben sind. Sie können nicht abschalten, fürchten, die Aufgaben im Haushalt nicht richtig zu bewältigen, mit dem Geld nicht auszukommen, für die Kinder nicht das Beste zu tun. Außerdem leiden viele an mangelnder Anerkennung für das, was sie leisten. Dadurch sinkt ihr Selbstwertgefühl. Umso mehr steigt die Angst, überfordert zu sein.
Umgekehrt gilt: Anerkennung mindert Angst. Sie erkennt Stärken und Fähigkeiten an. Sie bestätigt, dass Herausforderungen zu bewältigen sind, hebt Kräfte hervor und stärkt das Selbstwertgefühl. Wie unsicher und ängstlich wir sind, hängt also durchaus davon ab, wie andere mit uns umgehen - in der Familie, im Kreis von Freunden, im Job. Das heißt, jeder kann durch eigenes Verhalten dazu beitragen, dass andere weniger Angst empfinden. Eben durch Liebe, Anerkennung und Mitgefühl.
Für ihre Kinder nicht das Richtige zu tun, diese Angst plagt viele Eltern. Zudem überschätzen sie die Wahrscheinlichkeit, dass ihnen etwas zustoßen könnte: auf dem Schulweg, unterwegs mit Freunden, beim Radfahren. Mehr als drei Viertel der Eltern, die Kinder zwischen 6 und 14 Jahren haben, schlafen schlecht, weil sie sich zu viele Sorgen machen. Mit ihrer Angst stecken sie ihre Kinder schnell an. Kinder haben oft sowieso schon viele Ängste.
Die Welt ist ihnen zu unüberschaubar. Entwicklungspsychologen schätzen, dass dies auf über 70 Prozent der Kinder zutrifft. Kinder haben selbst noch wenig Ressourcen und brauchen viel Unterstützung, um mit ihren Ängsten fertig zu werden. Ängstliche Eltern verstärken in ihren Kindern das Gefühl, dass das Leben bedrohlich ist. Das muss Kindern Angst machen. Es hindert sie, die Welt für sich zu erobern. Sie versuchen, Risiken zu vermeiden. So allerdings lernen sie nie, Risiken abzuschätzen und sie zu bestehen.
Damit kindliche Angst sich in Kindern nicht verfestigt, müssen Eltern ihnen Mut machen! Sie müssen ihnen helfen, sich auszuprobieren, Schwierigkeiten anzugehen und Probleme zu lösen. Kinder nervt Kontrollsucht ihrer Alten. Es ärgert sie, in der Entwicklung ihrer Unabhängigkeit eingeschränkt zu werden. Kinder spüren Blockaden. Ihren Zorn können sie oft nicht in Worte fassen. Er entlädt sich dann in plötzlicher Wut. Und macht die umsorgenden Eltern fassungslos. Reagieren sie autoritär, bunkern die Kinder ihre Wut. Mit zunehmender Sprengkraft.
In der Pubertät wird es für Jugendliche oft noch schwerer. Überflutet von Hormonen. Verunsichert von ihrer Sexualität. Verwirrt in ihren Gefühlen. Stimmungsschwankungen sind ihnen rätselhaft. Sie ringen um Identität, anfällig für rigide Gruppennormen. Sie richten sich danach, aus Angst, sonst nichts zu gelten - in Aussehen und Verhalten. Wenn es dann als "cool" gilt, Angst zu leugnen, nehmen sie sich selbst gefangen. Besser, sie lernen, ihre Gefühle zu erkennen. Dann können sie auch die Angst in den Griff bekommen.

